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Supervision

Im Rahmen der Supervision geht es darum, die logotherapeutisch – existenzanalytische Praxis unter Anleitung eines erfahrenen Supervisors zu reflektieren.  Die Supervision dient der Förderung und Unterstützung von Logotherapeuten in Ausbildung und Praxis. Zur Erhöhung der fachlichen Kompetenz und der persönlichen Verantwortung. Die Stärkung der professionellen Kompetenz wird durch folgende Supervisionsziele erreicht:

  • Hilfe bei der Umsetzung von aktuellen Theorieinhalten in die Praxis;
  • Wahrnehmung der Übertragung und Gegenübertragung;
  • Stärkung von neuen Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten;
  • Anwendung der jeweils erlernten fachspezifischen Methoden und Techniken;
  • Kennen lernen eigener sogenannter „blinden Flecken“ sowie Erkennen, mit welchen Patienten bestimmte Schwierigkeiten wiederholt auftreten und welchen Einfluss diese auf die therapeutische Arbeit haben;
  • Klärung des therapeutischen Auftrages;
  • Anfertigung und Bearbeitung von Gedächtnisprotokollen;
  • Eine Psychotherapie in schwierigen Phasen weiterzuführen, wozu z. B. auch eine Stärkung der Frustrationstoleranz und eine Förderung der Flexibilität gehören;
  • Entwicklung des persönlichen Potentials in beruflichen Arbeitsfeldern;
  • Gewinn an Selbstsicherheit;
  • Begleitung bei wichtigen beruflichen Entscheidungen;
  • Vermeidung von „burnout-Phänomenen“;
  • Entwicklung eines effektiven, persönlichen therapeutischen „Stils“.


Supervision geschieht anhand von Fällen, die der Supervisand vorstellt. Dabei kann es sich um Beratung, Therapie oder Seelsorge bzw. um ein Gespräch auf den Grenzen von Seelsorge, Therapie und Beratung handeln.

Die von unserem Institut angebotene Supervision geschieht normalerweise in der Gruppe. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Gruppe, die aus 4 – 7 Personen besteht. Die einzelne Sitzung dauert 4 – 7 Stunden. Jeder hat 1 Stunde Zeit, seinen Fall vorzustellen und arbeitet an den anderen Fällen der Gruppe mit. Die Gesamtdauer der Supervision beträgt 105 Stunden.

Jeder Fall ist sehr sorgfältig zu bearbeiten. Wichtige Einzelelemente der Falldarstellung sind: Beschreibung der Person, Darstellung der aktuellen Problematik, biographischer Hintergrund, bisherige Technik der Lebensbewältigung des Klienten, Ziele der logotherapeutisch-existenzanalytischen Intervention, der bisher beschrittene „Weg“ zu diesen Zielen, die Art der Klient-Therapeuten-Beziehung, die bisher zutage getretenen Erfolge und Schwierigkeiten.

Die Darstellung des Falles in der Gruppe sollte immer frei erfolgen, d. h. nicht durch das Ablesen schriftlicher Unterlagen.

Um das Logotherapie – Zertifikat zu erwerben, müssen mindestens 100 Gruppenstunden absolviert werden. Die Kosten betragen 197 Euro pro Sitzung. Die für das Zertifikat notwendige Supervisionsmenge enthält 7 Sitzungen, das sind insgesamt 105 Unterrichtsstunden. Die Gesamtkosten betragen 1379 Euro.

 

Ablauf einer Fallbesprechung

1. Falldarstellung

  • Beschreibung der Person
  • Darstellung der aktuellen Problematik
  • Biographischer Hintergrund
  • Bisherige Technik der Lebensbewältigung
  • Ziele der logotherapeutisch-existenzanalytischen Intervention
  • Der bisher beschrittene „Weg“ zu diesen Zielen
  • Die Art der Klienten-Therapeuten-Beziehung
  • Bisher zutage getretene Erfolge und Schwierigkeiten
  • Welche Frage haben Sie an die Gruppe?


2. Spontaner Eindruck

  • Gefühle, Bilder, Assoziationen, Phantasien (nicht belehrend, bewertend oder analysierend)


3. Fragen

  • Verständnisfragen
  • Erweiterungsfragen (problemorientiert / ressourcenorientiert / lösungsorientiert / sinnorientiert)
  • Vertiefungsfragen


4. „Rat der Weisen“ – Gemeinsame Fallbearbeitung (problemorientiert + ressourcenorientiert)

  • Was ist uns aufgefallen? Was verstehen wir? Welche Zusammenhänge sehen wir?


5. Blick in die Zukunft

  • Welche Ziele wären realistisch? (Für den Klienten / für den Begleiter)
  • Welche Ideen haben wir hierfür?
  • Wie könnten die einzelnen Stufen aussehen?
  • Wie könnte der erste Schritt aussehen?


6. Ohne „Fallen“ geht es nicht

  • Wo liegen die eventuellen Fallen? (Übertragung, „Koboldsituationen“: immer wiederkehrende Fallen)
  • Welche Wesenszüge / Konflikte werden bleiben?


7.  Rückmeldung des Falleinbringers

Wenn eine Beziehung mehr Leid verursacht als Sinn, dann sollte man zumindest den Abstand zueinander vergrößern.

Boglarka Hadinger

Wiener Fiaker